10 Tipps zum Arbeiten zu Hause mit kleinem Kind

Aus aktuellem Anlass heute etwas zum Thema „Arbeiten mit Baby – geht das?“

Arbeiten mit Kleinkind im Haus? Nicht ganz so leicht

Fakt ist: Man stellt sich das so schön einfach vor: Irgendwann kommt eben Nachwuchs und dann laufen das Kindererziehen und das Arbeiten fröhlich nebeneinander her. Die Realität sieht anders aus: Sind die Strapazen der Geburt und die Startschwierigkeiten beim Stillen erst einmal erfolgreich überwunden, geht es erst richtig los.

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Wichtig: Auszeiten mit kleinen Kindern

10 Tipps zum Arbeiten mit kleinem Kind

1. Die rosarote Wolke genießen

Selbst wenn ihr vorher die größten Workaholics wart. Nach der Geburt eines Kindes interessiert euch die Außenwelt so was von gar nicht mehr. Wenn es sich nicht um das Kind dreht, dann ist es völlig egal – und merken könnt ihr euch sowieso nix, denn ihr lebt wie durch einen Nebel, der alles Wichtige vom Unwichtigen filtert – und glaubt mir, der Großteil dessen, was „draußen“ geschieht, kommt euch dermaßen unwichtig vor. Genießt die Anfangszeit.

2. Nicht durch bürokratische Stolpersteine entmutigen lassen

Das geht los mit Anmeldung des Kindes beim Standesamt, geht weiter mit Kontoeröffnung, Überprüfung der bestehenden Versicherungen (Stichwort Krankenversicherung fürs Kind, Haftpflicht und Risikolebensversicherung), Suche nach Kindergartenplatz, Beantragung von Kindergeld und geht weiter mit der Beantragung eines Reisepasses,   der Suche nach einem Kinderarzt und dem Rennen zu den ganzen U-Untersuchungen, das sich noch über die nächsten Jahre hinziehen wird. Aber das weitaus kompliziertere Thema ist sicher die Beantragung von Elterngeld, denn man fühlt sich, als würde man tagelang an die 1000 Zettel ausfüllen und hat dann doch noch was vergessen oder übersehen.

3. Nicht übernehmen

Der Körper weiß es eh besser: Man muss nicht alle Aufträge annehmen, die einem angeboten werden – manches lässt sich sehr gut an Kollegen/-innen weiterverteilen, die sich vielleicht unheimlich über Gratis-Neukunden freuen. Provisionen sind so ziemlich das Letzte, über das ihr euch in dem Moment Gedanken machen wollt. Außerdem könntet ihr Neukunden vielleicht sowieso nicht in dem Umfang bedienen, wie es angemessen wäre. Und was die Stammkunden angeht: Die sind ja hoffentlich vorab über eure Einschränkungen informiert worden. Das sollte man vielleicht auch erst mal so belassen. Wenn ihr euch einen Ruf gemacht habt, kommen die schon von ganz alleine und fragen nach, ob ihr wieder verfügbar seid. Und die, die nicht von selbst zurückkommen, könnt ihr immer noch freundlich kontaktieren, wenn ihr euch wieder in der Lage fühlt, mehr Aufträge anzunehmen.

4. Das Kind geht vor

Das Kind will immer beschäftigt sein – und das nimmt den Großteil des Tages ein, ob ihr wollt oder nicht. Sehr zu empfehlen dabei Tragen, denn wenn die Kinder eingespannt sind, sind sie beschäftigt, können zuschauen und lernen. Natürlich nicht so toll vor dem Bildschirm, denn wenn das Kind stupide zuschaut, wie die Eltern vor sich hintippen, ist das nicht besonders lehrreich. Da empfiehlt sich dann vielleicht eine Spracherkennungssoftware, dann kann man seine Gedanken bequem ins System einsprechen und dabei das Kind unterhalten.

5. Anrufbeantworter arbeiten lassen

Man muss nicht immer erreichbar sein, weder per Mail noch per Telefon. Dafür gibt es ja Anrufbeantworter. Besonders hinter unterdrückten Rufnummern könnten sich lästige Anrufer verbergen, die man vielleicht in dem Moment nicht haben möchte, also im Zweifelsfall: Nicht rangehen, abwarten und wenn es wichtig ist, kann man immer noch zurückrufen.

6. Prioritäten setzen

Ob man will oder nicht, man schafft definitiv nicht alles, was man sich vornimmt. Daher empfehle ich, mit Listen zu arbeiten. Dinge, die definitiv an einem bestimmten Tag erledigt werden müssen, in den Kalender schreiben. Alle Dinge, die bei Gelegenheit erledigt werden können, aber nicht brandeilig sind, auf eine Extraliste setzen und abarbeiten, wenn es die Situation zulässt. Apropos schreiben: Stilldemenz nicht unterschätzen, denn die kommt definitiv. Das Gehirn arbeitet im Siebmodus, daher: Alles aufschreiben, denn selbst wenn ihr denkt, dass ihr es euch merken könnt, weil ihr superzuverlässig und organisiert seid, ihr täuscht euch.

7. Netzwerken

Die Marketingaktivitäten schränkt man ganz automatisch ein, bzw. sie sind absolut nicht vorhanden, was auch gut so ist. Aber Aufträge und Neukunden lauern trotzdem überall. Vielleicht gibts ja im Rückbildungskurs eine argentinische Mutter, die organisatorische Dokumente für ihr Baby übersetzt haben muss?

8. Keine Eilaufträge

Auf keinen Fall würde ich Aufträge annehmen, die innerhalb von 24 Stunden abgewickelt werden müssen, denn man weiß nie, wann das Kind wieder einen Wachstumsschub hat, unter Blähungen leidet oder einfach nur schlechte Laune hat, die es Mama oder Papa unmöglich macht zu arbeiten.

9. Untypische Arbeitszeiten akzeptieren

Man muss dann arbeiten, wenn es das Kind zulässt. Morgens um 6, abends nach 9 oder am Wochenende zu arbeiten, mag in der Anfangszeit keine Seltenheit sein.

10. Spaziergänge als Antiwinterdepressionsmittel

Jeden Tag mindestens eine Stunde raus, auch wenn das Wetter nicht so prickelnd ist. Dabei kann man das Kind ja wunderbar tragen – und damit erübrigt sich dann auch die Gabe von Vitamin D, denn die Natur gibt davon schon genug ab, selbst in der nicht ganz so hellen Jahreszeit. Abgesehen davon ist es wissenschaftlich erwiesen, dass ein kurzer Spaziergang pro Tag Depressionen vorbeugt.

Eine schöne Zeit euch allen – und bis zum nächsten Mal … im neuen Jahr wohl etwas unregelmäßiger als bisher, aber ihr wisst ja: Die Familie geht vor. 🙂

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Umgang mit Kritik: Kunden zurückgewinnen

Schlechter Service verursacht fiese Kritik

Wer kennt das nicht: Man freut sich auf einen gemütlichen Abend in einem schönen Restaurant und wird bitter enttäuscht, weil das Essen schlecht ist, auf frischen Gläsern noch der Lippenstift der Vorgängerin klebt oder weil der Service schwer zu wünschen übrig lässt. Ich erinnere mich mit Schrecken an den Aufenthalt in einer Wanderhütte, die zwar laut Öffnungszeiten noch etwa 1-2 Stunden geöffnet hätte sein müssen, aber in der uns beim Betreten gleich barsch mitgeteilt wurde, wir bräuchten gar nicht auf die Speisekarte sehen, es gebe nichts mehr. Kurz nach uns kam eine ausgehungerte Familie mit zwei kleinen Kindern. Die Mutter flehte den Wirt an, ihr wenigstens ein trockenes Stück Brot zu geben – sie wurde abgewiesen.

Solche und ähnliche Erfahrungen haben Auswirkungen auf das betroffene Unternehmen. Weshalb? Weil die Mutter vermutlich sämtlichen ihrer Freundinnen von dem Vorfall berichtet und eindringlich vor der kinderunfreundlichen Location gewarnt hat. Der Mensch neigt Statistiken zufolge sieben Mal häufiger dazu, über negative Erfahrungen zu berichten und diese weiterzuverbreiten als zu erzählen, wenn er sich über etwas gefreut hat.

Online-Bewertungen beeinflussen die Kaufentscheidungen

Wer sich einmal richtig geärgert hat, meldet sich vielleicht sogar bei einem Bewertungsportal wie Restaurant-Kritik.de oder auch Yelp an und schreit seine schlimmen Erfahrungen mit Hilfe des Internet in die Welt hinaus.

Bestellt ihr gelegentlich bei Amazon? Wie entscheidet ihr euch für ein bestimmtes Produkt? Zufällig, indem ihr Bewertungen anderer Verbraucher lest, die für eure Entscheidung sogar wesentlich wichtiger sind als die Produktbeschreibungen des Herstellers? Dann verhaltet ihr euch ganz nach Trend. Immer mehr Verbraucher lassen sich bei der Auswahl ihrer Produkte vom Internet beeinflussen – und da ganz besonders von Gleichgesinnten.

Auch hier sind also die Social Media absolut auf dem Vormarsch. Was heißt das für uns Unternehmer/-innen? Wer mit dem Trend geht und die Kunden mitreden lässt, ist klar im Vorteil. Wer sich stur stellt, vielleicht sogar wertvolles Feedback bzw. Kritik ignoriert und damit negative Bewertungen riskiert, wird ganz schnell feststellen, dass schlechte Erfahrungen sich mit Dominoeffekt verbreiten können und es dann sehr schwer ist, den Ruf überhaupt noch zu retten.

Mein Tipp, der nicht nur für Menschen in Sprachberufen gilt

Deshalb kann ich nur immer wieder raten: Lasst eure Kunden mitreden, erkundigt euch, ob sie mit euch zufrieden waren, wenn ihr einen Auftrag abgeschlossen habt. Falls Kritik kommt, handelt entsprechend. Ist die Kritik nicht gerechtfertigt, widersprecht mit schlagkräftigen Argumenten, die für eure Kunden nachvollziehbar sind. Ist sie hingegen gerechtfertigt, tut alles, um eure Kunden zu besänftigen. Je nachdem, was passiert ist, möchtet ihr vielleicht einen Preisnachlass oder Gutschein für die nächste Bestellung anbieten, um dann sicherzustellen, dass, wenn der Kunde darauf zurückgreift, euch tunlichst kein weiterer Fehler unterläuft.

Noch besser: Schlechter Kritik vorbeugen

Auch vorbeugendes Reputation Management ist selbstverständlich möglich. Am besten ist es, den Kunden überhaupt keinen Anlass zu Kritik zu geben. Wenn ein Stammkunde euch den Rechnungsbetrag schon überwiesen hat, bevor ihr überhaupt mit der Arbeit anfangt, könnt ihr vielleicht zum Dank gelegentlich Skonto geben. Oder wenn eine Kundin ein einzelnes Sätzchen übersetzt haben möchte und euch darum bittet, ein Angebot zu erstellen, dann „schenkt“ ihr doch einfach die Übersetzung des einen Sätzchens. Sie wird sich freuen und euch weiterhin treu bleiben. Euch sind bei der Übersetzung einer Website ein paar Schnitzer in der Ausgangssprache aufgefallen? Vielleicht freut sich der Kunde darüber, wenn ihr es ihm freundlich mitteilt und engagiert euch womöglich sogar bei Gelegenheit als Lektor/-in?

Ein paar nette Beispiele wie Reputation Management betrieben werden sollte und wie besser nicht, findet ihr z. B. auf Wikipedia (Best Practice – Worst Practice).

Fest steht übrigens auch: Wenn ihr es schafft, einen unzufriedenen Kunden durch gutes Krisenmanagement zu besänftigen, dann habt ihr eine langfristige Kundenbindung geschaffen, die euch noch viel Freude bereiten wird, denn ihr könnt euch sicher sein: Der Kunde verbreitet keine negative Kritik, sondern engagiert sich vielmehr dafür, seine Zufriedenheit mit euch und eurem Unternehmen zu äußern. Auf dass euch das immer gelingen möge!

Insofern, als dass wie weil ich mich ärgere …

Ich habe mich entschlossen, gelegentlich Kurzeinträge zum Thema „Häufige Fehler in der deutschen Sprache“ zu machen. Heute soll es um „insofern“ gehen, da dieses Wörtchen (oder zumindest das darauf folgende) immer wieder Probleme bereitet, insofern möchte ich mich dieser Problematik kurz annehmen.

Insofern ist die regionale Verwendung häufig nicht die richtige …

Sowohl in meiner Heimat als auch in meiner Wahlheimat ist es durchaus üblich, Vergleiche mit „wie“ anzuschließen statt mit „als“. Da das fast jeder so macht, ist es manchmal wirklich schwierig, die richtige Variante beizubehalten. Ich hoffe allerdings sehr, dass meine Einbürgerung in die Pfalz nicht dazu führt, dass ich irgendwann selbst sage: „Ich fühle mich hier viel mehr zu Hause wie in Unterfranken.“

Ebenso falsch sind Formulierungen wie „Die Sorge um verseuchte Salatgurken halte ich für übertrieben, insofern dass die Menschen einfach unnötig verunsichert werden.“ Oder auch: „Die Dauersonne ist beunruhigend, insofern als dass die Ernte gefährdet ist.“ Gerne werden auch Sätze mit „insofern wie“ oder „insofern weil“ angeschlossen statt mit der einzig korrekten Variante „insofern als“. Manche Menschen verschlucken auch den Anschluss komplett (und ich meine nicht, wenn es gerechtfertigt ist, wie in „Ich möchte mich dazu lieber nicht äußern, insofern …“). Und ich warte dann sehnsüchtig auf das „als“, aber es kommt nie, denn vor lauter Schachtelsatzalarm wird vergessen, dass da noch etwas aussteht.

Und was ist mit den Kommas?

Übrigens: Ein Komma steht nur, wenn „insofern“ und „als“ nicht unmittelbar nacheinander folgen, wie in „Ich bin insofern gescheitert, als ich nur den zweiten Platz errungen habe.“ Andernfalls steht kein Komma.

Zum Thema …

Bei der Gelegenheit gleich noch ein Hinweis zu den drei aufeinanderfolgenden Punkten, denn das ist eine Sache, die auch von Sprachexperten häufig falsch gemacht wird: Lasse ich einen Teil eines Wortes aus, so schreibe ich die drei Punkte ohne Leerzeichen, wie in „Ver… noch mal!“ In allen anderen Fällen ist ein Leerzeichen nötig, z. B. dann, wenn mehrere Satzglieder fehlen ( „Ich wollte doch nur …“) oder der Leser sich seinen Teil denken soll, wie in: „Schauen wir mal, wie es sich entwickelt …“

Komma bei Adjektiven, ja oder nein?

Heute beschäftigt mich ein Problem, zu dem ich immer wieder befragt werde. Wenn Hänsel und Gretel ausgesetzt werden, wandern sie dann durch einen großen, dunklen Wald oder einen großen dunklen Wald? Oder anders: Ist zwischen den Adjektiven ein Komma nötig?

Die Antwort liefert mir mal wieder Heuers Richtiges Deutsch (§ 1546). Wenn Adjektive gereiht werden, dann steht immer dann ein Komma, wenn sie gleichrangig sind. Kein Komma hingegen steht, wenn das zweite Adjektiv mit dem Substantiv, das es beschreibt, schon eine nähere Verbindung eingegangen ist.

Hilfreich ist, sich das anhand eines Beispiels zu verdeutlichen, bei dem das Komma den Sinn verändert. Die Betonung der beiden Adjektive liefert oft auch schon einen Hinweis darauf, ob nun ein Komma stehen muss oder nicht.

Beispiel:

Sir Kunibert war der erste tapfere Ritter, der es mit dem roten Drachen aufnahm.

Sir Kunibert war der erste, tapfere Ritter, der es mit dem roten Drachen aufnahm.

Im ersten Satz kämpfen also mehrere tapferere Ritter gegen den bösen Drachen – und Kunibert ist der erste von ihnen. Im zweiten Satz gibt es wohl mehrere Ritter, die gegen den Drachen kämpfen, aber Sir Kunibert ist der erste davon – und noch dazu der erste Ritter, der tapfer ist, denn die anderen drehen alle aus Feigheit kurz vor der Drachenhöhle wieder um.

Was heißt das nun für Hänsel und Gretel? Hätten die Gebrüder Grimm erzählt, dass die Geschwister durch mehrere Wälder irrten, dann wären sie vielleicht auch durch einen großen dunklen Wald gezogen, wenn z. B. vorher ein kleiner dunkler Wald zu durchqueren gewesen wäre. Sprich: Es gibt in dem Fall zwei dunkle Wälder, der eine klein, der andere groß.

Da mir aber davon nichts bekannt ist, kann nur die Version richtig sein, in der die Geschwister durch den großen, dunklen Wald laufen, denn es gibt nur einen Wald – und der ist gleichzeitig groß und dunkel.

Und wer mal selbst in die Fußstapfen von Hänsel und Gretel treten will, dem empfehle ich ein Krimidinner, entweder von Heuers Richtiges Deutsch oder auch vom Heuers Richtiges Deutsch.

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